Unser erster Triathlon, der Kondiusman 2015

Wir haben es geschafft und sind ab sofort Triathletinnen!!! 🙂 Wie war der Tag? Wie haben wir den Wettkampf überstanden? Und welche Eindrücke haben wir gesammelt? All das  haben wir für Euch  zusammengefasst:

Sarah

Daniii hat bei ihrer Wettkampfrecherche den besten Einsteigertriathlon überhaupt gefunden: Den Kondiusman! Die Veranstaltung zog uns aus verschiedenen Gründen an: Erst einmal sind die Distanzen sehr kurz. 300 m schwimmen, 10 km Rad fahren und 2 km laufen, das traute selbst ich mir schon zu. Als dicken fetten Pluspunkt für mich kam außerdem dazu, dass die erste und für mich schwerste Disziplin im Schwimmbecken stattfinden sollte und ich mich weder mit dem Freiwasser, noch mit Neoprenanzügen auseinandersetzen musste. Was für eine Erleichterung! Dazu kam auch noch, dass unser Start relativ spät angesetzt war und das ganze Spektakel in Rudow, also Berlin, seine Heimat fand, sodass wir bequem an- und abreisen konnten. Und zu guter Letzt fand der Kondiusman auch noch zu Beginn der Saison statt. Was will man mehr?

In der Woche vor dem Kondiusman stellten Daniii und ich also ganz vorbildlich eine Liste zusammen mit all den Sachen, die wir für unseren großen Triathlonstart brauchen würden. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Zeug dabei zusammenkommt!

Die Nacht vor dem großen Tag kam schneller als gedacht und war vor lauter Aufregung auch schnell vorbei. Nervös und mit Schmetterlingen im Bauch machte ich mich – mit Rennrad und voll gepacktem Rucksack – auf den Weg nach Rudow, um Dani zu treffen. Für den 3. Mai war das Wetter erstaunlich mild und sonnig und Daniii und ich fanden schnell den Weg zum Veranstaltungsgelände. Die Startnummer waren flott abgeholt und schwuppsdiwupps ging es auch schon in die Wechselzone. Am Kampfrichter vorbei. Der Kinngurt am Helm muss enger sein, alles klar. Mach ich. In der Wechselzone haben Daniii und ich uns dann ganz professionell an den anderen Athleten orientiert („Athleten“, es fühlt sich immer noch komisch an, sich mental irgendwie zu dieser Gruppe Mensch zuzuordnen!). Das Hinterrad in das dafür vorgesehene Holzgestell bugsiert, den Helm offen drauf, sodass man ihn direkt aufsetzen kann. Die Radbrille nicht vergessen (Kontaktlinsenaustrocknungsgefahr!!). Die Startnummer am Gürtel befestigen, die Laufschuhe positioniert… und vor allem nicht vergessen, die Schwimmbrille und -kappe aus der Wechselzone mitzunehmen. Nach etwa drei bis acht prüfenden Blicken (Haben wir auch wirklich nichts vergessen?) ging es für uns dann erstmal in FlipsFlops die Umkleidekabinen des Hallenbads zum Verstauen der restlichen Sachen. Erstaunlicherweise – und das passiert mit wirklich selten – waren wir früh dran. Alles war vorbereitet und wir hatten trotzdem noch eine Dreiviertelstunde bis zu unserem Start.

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Das erste Mal… Wechselzone!

Also schlichen wir uns in die Schwimmhalle, um den Start und den Wettkampf der Powersprint Damen zu beobachten. Was für ein Fehler! Beim Startschuss ging ein unerbittlicher Kampf los! Acht Damen schwammen auf der ersten Bahn Schulter an Schulter, die erste Rollwende war chaotisch, ging aber mehr oder weniger gut – die zweite Rollwende hingegen endete damit, dass die schnelleren Schwimmerinnen den langsameren ins Gesicht sprangen, ohne Rücksicht auf Verluste. Nach wenigen Minuten war das Spektakel vorbei und Daniii und ich saßen kreidebleich und kleinlaut am Beckenrand. Daniii als starke Schwimmerin war sich ihrer Sache noch relativ sicher, aber ich wollte einfach nur wieder nach Hause!
Glücklicherweise gab es die unglaublich netten freiwilligen Helfer, die uns Mut zusprachen und Tipps gaben, ich bin ihnen bis heute unglaublich dankbar!

Als dann die ersten Jedermann Athleten eintrafen und die Wettkampfbesprechung stattfand, legte sich meine Aufregung etwas. Alles nette, rücksichtsvolle Menschen. Ein Glück. Ich schwamm auf der letzten Bahn und wir Schwimmer von Bahn 6 einigten uns schnell darauf, die Schnellen durchzulassen und generell aufeinander Acht zu geben. Mir fiel ein Stein vom Herzen!

Dann der Startschuss. Ich hatte mir so fest vorgenommen, so viel wie möglich zu kraulen. Wirklich. Ich war aber so aufgeregt, dass ich bei den ersten Zügen über Wasser ausatmete und unter Wasser ein, mein Herz klopfte wie verrückt und ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah! Dann also Brust schwimmen. Ja, richtig. Ganz ruhig. Gedanken sammeln. Atmen. Gleitphase.

Als ich meine ersten Bahnen hinter mir hatte, waren die meisten Schwimmer von den anderen Bahnen schon in der Wechselzone. Das machte mir aber gar nichts aus. Ich schwamm weiter und ging als drittletzte aus dem Wasser – dafür aber mit einem breiten Lächeln! Ich hatte das schlimmste hinter mir und war jetzt schon SO STOLZ! Auf dem Weg in die Wechselzone warfen mir die Helfer noch ermunternde Kommentare zu und mein Grinsen wurde noch breiter.
Der Wechsel aufs Rad ging erstaunlich flott. Barfuß und nass in die Laufschuhe (Klickpedale hatte ich noch nicht), Helm auf und zu, Brille auf, Startnummer um und los gejoggt. Auf die Strecke und aufs Rad. Glücklicherweise hatte ich meinen Fahrradcomputer genullt – wir mussten nämlich 9 Runden fahren. Und das alles mit Windschattenverbot. Man man man. Vollgas – bremsen – 180° Kurve – Vollgas – bremsen und so weiter. Das Fahrradfahren hat wirklich Spaß gemacht und ich konnte immer wieder einen Blick auf Daniii erhaschen, die als vierte aus dem Wasser gegangen war und deutlich vor mir lag. Eh ich mich versah, war die zweite Disziplin aber auch vorüber und ich machte mich auf schon auf den Weg in die Wechselzone. Der zweite Wechsel ging unglaublich schnell und schon befand ich mich auf der Laufstrecke. Das unangenehme Gefühl in Beinen und Bauch beim Laufen nach dem Radfahren werde ich wohl nie vergessen. Mein Herz klopfte wie verrückt, der Puls erreichte schwindelerregende Höhen, der Bauch tat weh und die Beine wollten sich irgendwie nicht so richtig bewegen. Aber es sollten ja nur 2 km werden, das würde ich schon schaffen. Absurd fand ich bei diesem ersten Triathlon, dass man auch beim Laufen keine Musik hören darf. Das war mir wirklich fremd. Normalerweise laufe ich immer mit Musik. Ich muss aber sagen: So schlimm fand ich es am Ende gar nicht. Während ich meine Runden auf dem Sportplatz drehte, konnte ich das ein oder andere Wort mit anderen Athleten wechseln, super! Daniii war weiterhin deutlich vor mir, aber wir konnten uns doch tatsächlich zwei mal abklatschen – ein tolles Gefühl! Es war unglaublich schön, sie zwischendurch immer wieder zu sehen. Und sie machte eine echt sportliche Figur im Trisuit, was besonders grandios ist, weil wir vorher beide Bedenken hatten, in einem hautengen Einteiler zu laufen 😉
Mal wieder verging die Zeit deutlich schneller als gedacht – die letzte Runde war gelaufen und das Ziel direkt vor meinen Augen. Die letzten Laufschritte fühlten sich erstaunlich leicht an und dann… war es geschafft! Ich riss die Hände nach oben und dachte nur eines: Ich bin Triathletin!
Daniii wartete im Ziel schon auf mich, ich holte noch mein Finisher Shirt ab und schnappte mir die ein oder andere Leckerei von der Athletenverpflegung. Es war geschafft, nicht zu fassen!

Was danach kam, war entspannt. Eine warme Dusche in den Räumlichkeiten der Schwimmhalle, das Räumen der Wechselzone. Weil das Wetter so schön war und die Stimmung so gut, blieben Daniii und ich noch vor Ort und sahen den anderen Athleten zu. Und weil es dann schon so spät war, sind wir auch gleich noch zur Siegerehrung geblieben. Und da gab es die große Überraschung: Daniii hat in unserer Altersklasse den dritten Platz geholt! Wir waren beide so überrascht, dass ich fast vergessen hätte, das Handy zu zücken und Fotos zu machen. Aber zum Glück hatte ich dann doch noch den Geistesblitz:

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Daniiii auf dem Siegertreppchen

Mit einer Zeit von 38:36 min habe ich am Ende auch noch den 5. Altersklassenplatz geholt – hier sind die detaillierten Ergebnisse. So ging für uns ein unglaublich ereignisreicher Sonntag zu Ende.

Daniii

Der 03.05.2015 sollte es sein und der Tag war gekommen. Das ganze Equipment stand in einer Tasche bereit und die Packliste dafür war gigantisch lang. Finn (aka die Black Mamba aka mein Rennrad) war bereit um mich auf der 10 km kurzen Radstrecke über den Asphalt jagen zu lassen. Doch war ich bereit? Mit einem etwas mulmigen Gefühl machte ich mich auf und traf Sarah am Wettkampfort. Ein ganz schönes Gewusel aller Altersklassen, denn bei dieser Veranstaltung gingen auch Schüler in getrennten Altersklassen nacheinander an den Start. Der Check-In unserer Räder ging reibungslos und wir suchten uns ein Plätzchen, wo wir unsere beiden nebeneinander aufstellen konnten. Hm, wo packe ich denn am Besten was hin? Helm auf den Boden oder am Lenker? Laufschuhe hinter Radschuhe? Na, dann schaue ich mir das doch mal auf der Seite gegenüber an wo die Power-Sprint Teilnehmer in ihren Triathlonanzügen ihre Wechselzone eingerichtet haben. Na, bei denen sind die Radschuhe natürlich an den Pedalen schon montiert und die Wechselzone in 2 Minuten eingerichtet. Irgendwann war ich dann auch zufrieden und wir gingen ins Bad um uns den Start der Powersprint Frauen anzuschauen.

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Badeschlappen und Glückbringer Nagelack.

Die Aufregung stieg und die ersten Einblicke, was uns erwartet machte das Ganze nicht besser. Sehr schnell wurde uns klar, das wir nicht auf Bahn 1 starten wollen, denn auf der Bahn war es voll und alle relativ gleichschnell wodurch es ziemlich hart zuging. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde da gewendet und eine Teilnehmerin knallte auch prommt bei der 2. Rollwende in eine Andere. Es ist nichts passiert, aber sowas muss ich nicht haben. Das Ziel war: Eine erste Erfahrung und gut ankommen.

Ok, der Start rückte näher, also ab ins Wasser. Das erste mal im Trisuit, was ein komisches Gefühl. Ich habe mich für Bahn 5 entschieden und nach kurzer Unterhaltung auf der Bahn war klar, dass ich wohl alleine vorneweg schwimmen konnte. Und dann war der Start auch schon da. Kein Gerangel und freie Bahn. Auf der Nebenbahn war ein Triathlet, der etwa gleichschnell war und ich fragte mich, an welcher Stelle ich wohl aus dem Wasser kommen würde. Und dann war das Schwimmen auch schon vorbei, raus aus dem Wasser, Kappe und Schwimmbrille vom Kopf und aus dem Schwimmbad raus in die Wechselzone. Radschuhe an, Helm auf, Finn geschnappt und ab auf die Radstrecke. Die erste Runde… oh nein, ich habe vergessen den Tacho zurückzustellen, also musste ich doch Zählen. Mir gingen 1000 Dinge durch den Kopf, wann bremse ich auf der kurzen Strecke am besten ab um optimal den U-Turn machen zu können? Ist es nun die 2. oder 3. Runde? An welcher Stelle bin ich? Warum sind manch andere so schnell? Ist es nun Runde 5 oder 6? Warum muss die Strecke so kurz sein, so dass es ganz viele Antritte, kurz Speed-Strecken, abbremsen und um die Kurve fahren ist…und das 20!!!!! mal (10 Runden mit 2 U-Turns)? Wo ist Sarah, sie sollte doch auch nun auf dem Rad sein. Ok, ich glaub das war nun die 10. Runde, aber wo muss ich nun raus? Ah, da, aber …. „ABSTEIGEN“ (schreit ein Helfer), oh nein, ich knalle bestimmt hin, weil ich vor Schreck nun nicht aus den Pedalen komme… ok, doch noch so gerade eben geschafft, aber das gewinnt keinen Schönheitspreis, den ich so oder so nicht gewinne in diesen unschönen Trisuits, aber egal…. nichts anmerken lassen und rein in die Laufschuhe. Ab da heißt es „go go go“ , „keep on pushing“, alles was geht. Aber moment mal, das fühlt sich wie Pudding an und so, als ob da nicht viel geht. Egal, schnaufen, nichts anmerken lassen und rauf auf den Sportplatz. Am Ende der Runde geht es noch einen kurzen Schlenker zum Ziel und kurz davor ist der U-Turn zur nächsten Runde. Aaaaaaaah, coool, da ist Sarah, abklatschen beim Vorbeilaufen und auf zur nächsten Runde. Auf der 2. Runde wurde ich überholt und in dem Moment kommt wieder die Frage auf, wo ich denn nun stehe. Aber mehr als den Pace, den ich gerade laufe geht nicht, die Pulsuhr piept und zeigt 178 an. Na, es ist ja gleich vorbei. Auf dem Weg zum Ziel sehe ich nochmal Sarah und wir rufen uns schnell ein wenig Motivation zu und dann bin ich auch schon im Ziel. Yeeeeeeah, geschafft und nach 2 Minuten Luft schnappen ist auch schon wieder so viel Energie da um Sarah beim Zieleinlauf anzufeuern.

DaniiiSarah_Kondius

Glückliche Kondiusman Finisher

Wir sind zwar noch keine Ironman-, dafür aber Kondius-Man-Finisherinnen und überglücklich. Nun wollten wir noch wissen, welche Platzierung wir hatten und hofften, dass nach der Siegerehrung die Listen aushängen. In der Zwischenzeit schauten wir uns noch die „Profis“ an, die gekonnt auf ihre Räder springen und in gefühlter Lichtgechwindigkeit die Strecke absolvieren.

Dann kam die Siegerehrung und wir standen gespannt da. Dann kam unsere Altersklasse und …. moment mal… war das gerade mein Name????…Sarah stubst micht an „Dani, ich fasse es nicht, das bist Du“. Ooooooooh kayyyy, na, dann mal ab aufs Treppchen. Was für ein Tag und die Medaille hängt seit dem Tag über Finns „Parkplatz“ in meiner Wohnung. Und es steht fest: Triathlon macht Spaß und es geht weiter…