*Sarah* Chaos-Queen im Einsatz: STR Triathlon in Senftenberg

„Der sonnige Triathlon der Lausitz“: So wirbt der STR Triathlon in Senftenberg. Auf meine Triathlon-Wunschliste für dieses Jahr hat er es allerdings nicht ausschließlich wegen des Slogans geschafft, sondern vor allem, weil der Verein meiner Trainerin Anke ihn ausrichtet. Das heißt also: Tatkräftige Unterstützung an der Strecke und mal wieder ein bisschen quatschen.

Glücklicherweise konnte ich auch meinen Herzensmann zu einem Kurztrip überreden. So hatte ich mir das Ganze während der Planung vorgestellt: Ein Wochenende voller Ruhe, Natur, Sonne und ein bisschen Triathlon.

Als das Wochenende allerdings vor der Tür stand, sah das alles ein bisschen anders aus: Tausend Termine noch kurz vor der Abfahrt und fürs Wochenende war wettertechnisch nur Gewitter angesagt. Aber als Triathlet ist man natürlich wettererprobt und geht trotzdem an den Start!

Gesagt, getan. Na gut, vielleicht habe ich bei der üblichen triathlonspezifischen Packerei nicht ganz so gut aufgepasst. Als ich jedenfalls am Vorabend des Wettkampfs meine Sachen für die Wechselzone zusammenpackte, durfte ich feststellen, dass ich meine geliebte Triathlonuhr vergessen habe. Dabei gibt es doch nach dem Wettkampf kaum etwas schöneres als die Analyse der gesammelten Daten: Bin ich mehr geschwommen als ich sollte? Wie waren meine Wechselzeiten? Wie gleichmäßig bin ich auf dem Rad gefahren? Und am interessantesten für mich: Wie hat mit dem Laufen alles geklappt? Wie schnell konnte ich den letzten Kilometer laufen?

Nunja. Darauf würde ich dann wohl verzichten müssen, aber immerhin zeichnet der Veranstalter ja die meisten Zeiten auf.

Am nächsten Tag treffe ich beim regnerischen Warten auf die Startnummernausgabe Anke und Mathias vom MyGoal Team. Ob ich mich darüber freuen würde, dass man mit Neoprenanzug schwimmen könnte, fragen sie, und ob ich denn meinen Neo dabei hätte. „Klar“, sage ich enthusiastisch und klopfe vielsagend auf mein Neo-Fach am Triathlonrucksack. Das allerdings… ist leer! Der gute Neo liegt zu Hause im Trockenen. Super. Fräulein Chaos-Queen ist also auf meinem neuen Hoch. Mein Fahrrad hatte ich immerhin dabei.

Es hilft ja alles nichts: Ich gehe also ohne Neo an den Schwimmstart und warte auf den Startschuss. Lennart steht etwas weiter entfernt am Start und winkt nochmal – es ist echt immer so schön, bekannte Gesichter zu sehen. Selbst vorm Start wirkt das auf mich total beruhigend.

Als der Startschuss dann fällt drängeln sich alle ins Wasser und auf die Schwimmstrecke. Überall um mich herum sind Neoprenmenschen: Vor mir, neben mir, hinter mir. Ich kann mich kaum bewegen, schwimme immer wieder auf und komme nicht vorbei. Ich versuche, aus dem Pulk heraus zu sprinten, werde aber immer wieder ausgebremst… und über Andere herüberschwimmen möchte ich wirklich nicht.

Irgendwann bildet sich rechts von mir eine Lücke und ich entkomme der Neoprenmenge. Ich muss so zwar mehr schwimmen, komme aber endlich in meinen Rhythmus herein. Trotzdem bin ich erstaunt, wie lange sich die 750 Meter im Wasser hinziehen.

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Endlich geschafft: Raus aus dem Wasser und hoch die Treppe!

Irgendwann ist das Schwimmen aber geschafft, mit leichten Seitenstichen geht’s endlich aus dem See heraus, eine Treppe hoch, an der Zeitmessung vorbei und in die Wechselzone.

Dort ist alles etwas zu geregnet, ich mache kurz meine Radbrille sauber, ziehe die Startnummer an, schließe meinen Helm und laufe mitsamt Rad los zu Radstrecke.

Diese startet natürlich mit Kopfsteinpflaster, herzlichen Dank, und führt dann erstmal in einen Kreisverkehr. Ich bin also nicht sofort im Rausch der Geschwindigkeit und ziehe auch erst nach dem Kreisverkehr meine Schuhe auf dem Rad an. Dann geht es auch schon in Richtung des kleinen Berges, den wir dank der zu fahrenden Runden vier Mal erklimmen sollen.

Am Anfang ist es auf der Radstrecke noch regnerisch und nass, am Ende schwül und sonnig. Das Radfahren macht Spaß, aber ich merke, dass meinen Beinen das spezifische Radtraining fehlt – und das schlägt sich natürlich auch in der Platzierung wieder. Vielleicht sollte ich doch mal wieder mehr das trainieren, was Anke mir aufschreibt.

Schlussendlich gehen die gut 22 Radkilometer dann aber auch vorbei, es geht ein letztes Mal durch den Kreisverkehr und nochmal über das Kopfsteinpflaster zur Wechselzone.

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Auf der Radstrecke klart es endlich auf.

Schnell das Rennrad abstellen, die Laufschuhe an, Startnummer nach vorne und ab auf die Laufstrecke. Am Anfang geht es gefühlt sehr langsam voran. Ich merke den Berg in den Beinen und versuche meinen Rhythmus zu finden. Die Sonne knallt mittlerweile auf die Laufstrecke. Am Straßenrand sehe ich überraschen Frank, der im Frühjahr beim Happy Swim Day Gruppentraining dabei war. Es ist mal wieder toll, ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Ich laufe weiter und weiter… und sehe die Markierung des ersten geschafften Kilometers. Es verspricht ein langer Lauf zu werden.

Ich merke, dass ich das Laufen in praller Sonne überhaupt nicht mehr gewohnt bin – aber wie hätte man das bei dem nassen Sommer auch trainieren sollen?

Obwohl die Kilometer lang hinziehen, klappt das laufen von Kilometer zu Kilometer besser und ich kann sogar ein paar Männer einsammeln, die mich zuvor überholt hatten.

Als es auf den letzten Kilometer geht, feuert Frank mich nochmal an und kurze Zeit später steht auch schon Lennart am Straßenrand. Er klatscht und ruft mir zu. Ich freue mich unglaublich, ihn zu sehen. „Los geht’s es ist wirklich nicht mehr weit!“, ruft er mir zu. Und ich vertraue ihm natürlich. Ich versuche noch einmal schneller zu laufen und erblicke noch einen Herrn vor mir. „Den schnappe ich mir noch!“, kommt eine überraschende Kampfansage von meinem Kopf und ich gebe noch einmal mehr Gas. Los geht’s! Mit unglaublich lauter Schapp- und Schnaufatmnung schaffe ich es, den Herrn vor mir zu überholen! Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zum Ziel. Jetzt nicht nachlassen, nicht wieder überholen lassen.

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Ist. Das. Warm. Ich bin echt nichts mehr gewöhnt!

Ich laufe das Ding nach Hause. Im Ziel bin ich völlig atemlos, aber für ein High Five mit Anke reicht es noch.

 

Ich schaue natürlich sofort auf meine nichtvorhandene Uhr. Typisch ich. Ein bisschen schmunzeln muss ich ja.

Zurück zu Hause schaue ich mir natürlich die Ergebnisse an. Wie ist es letztendlich gelaufen?

Eine Frage, die nicht ganz leicht zu beantworten ist. Der Veranstalter weist keine Wechselzeiten aus, aber ich versuche sie einfach mal zu schätzen (denn sie scheinen dieses Jahr recht konsistent zu sein). Und so sieht das ganze aus:

 

  • Schwimmen… 750-800 Meter in etwas über 17 Minuten – das macht einen Schnitt von etwa 2:10 min pro 100 Meter. Das ist für mich quasi übers Wasser fliegen! Obwohl im Wasser alles so stressig war!
  • Wenn ich die Wechselzeit herausrechne, habe ich auf dem Rad für grob 22,5 Kilometer etwa 46:30 Minuten gebraucht – das macht einen Schnitt von etwa 29 km/h. Das ist nicht unfassbar schnell, aber für die hügelige Strecke echt vollkommen okay.
  • Und zu guter Letzt das Laufen. Da brauche ich nichts herum rechnen: Ich bin 5 Kilometer in 26:34 Minuten gelaufen – das sind 5:19 Minuten pro Kilometer. Ich bin mir fast sicher, dass ich progressiv schneller geworden bin, aber nachweisen lässt sich das natürlich nicht.

Alles in allem bin ich rückblickend doch erstaunlich zufrieden mit den Ergebnissen und eins kann ich sagen: Das Training, das ich tatsächlich durchführe, schlägt total an. Danke, liebe Anke, für die tollen Trainingspläne und an Anke, Mathias, Frank und natürlich Lennart für die tolle Unterstützung an der Strecke! Es war ein Fest!

Ein Gedanke zu “*Sarah* Chaos-Queen im Einsatz: STR Triathlon in Senftenberg

  1. Was wäre Triathlon ohne diese kleinen charmanten Ausrutscher. Schön, dass du so lebendig davon erzählst. Es war sehr schön, dich in Senftenberg dabei zu haben. Vielen Dank fürs Kommen, für den Bericht und sowieso fürs Training mit uns!

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