*Dani & Sarah* Der Berliner Firmenlauf 2017

Endlich mal wieder ein Wettkampf zusammen… so ging es uns durch die Köpfe, als wir zwei, wie so oft in den letzten Wochen, uns per Whatsapp über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden hielten. Seitdem wir nicht mehr in der gleichen Firma arbeiten, nimmt die gemeinsam verbrachte Zeit im Alltag ab. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir uns bei Trainingseinheiten, wie dem Mittwochs-Abends-Mädels-Lauf wiedersehen und auf der 10km Runde ordentlich schnattern können.

Letzten Mittwoch vertagten wir das Schnattern auf „nach dem Lauf“, denn zuerst wollten 5,5 km hinter sich gebracht werden. Wie es uns damit ergangen ist erfahrt ihr hier:

We are ready to run!

Dani – „Das wird nur ein Trainingslauf.“

Die Überschrift sagt alles. Ich bin nun seit 1,5 Monaten wieder in der Lage zu Laufen und es fühlt sich nach wie vor nicht grandios an. Seit 2 Wochen bin ich allerdings endlich schmerzfrei, aber meine Kondition auch einfach mal weg. Die Motivation ist Gassi gegangen und hat sich anscheinend verlaufen. Manchmal muss man einfach „machen“. In diesem Sinne ging es nach dem Avon Frauenlauf im Mai eigentlich nur darum, dass ich wieder in die Spur komme. Den Startplatz hatte ich über Erdinger Alkoholfrei gewonnen, da meine Firma dieses Jahr nur am B2Run teilnehmen wird. Von Sarah wusste ich, dass viele meiner Ex-Kollegen gemeinsam mit ihr an den Start gehen würden und ich freute mich auf die bekannten Gesichter.

Der Trainingsplan sagte: 1,5km einlaufen, Lauf-ABC, 5,5km rocken und 2km auslaufen. Rocken heißt aktuell aber nicht „Spitzenpace“ sondern 5:30 pro km. Irgendwie deprimierend, aber von nix kommt ja halt auch nix! Der Plan war schon nach dem Einlaufen überholt, denn gemeinsam mit meinen neuen Kollegen, die mittwochs auch immer eine Runde durch den Tiergarten drehen und mich bis zum Startpunkt am Brandenburger Tor begleiteten, hatte ich bereits 3km auf der Uhr. Das Lauf-ABC schenkte ich mir, denn ich musste noch schnell die Startnummer abholen und dann zum Treffpunkt mit Sarah.

Das übliche Pre-Race Foto wurde geschossen und schwups… standen wir auch schon im Startblock und es gab einen Drücker inklusive „See you behind the Finishline“.

Und irgendwie… ich weiß auch nicht… werfe ich dann beim Start wieder alles über den Haufen. Dieses Rennpferd in mir, das sich nur schwer einfangen lässt… der Blick auf die Uhr nach ein paar 100 Metern und die Gewissheit „Du bist zu schnell“. Kennt ihr auch diese Selbstgespräche wie Engelchen und Teufelchen, z.B.:

  • Du bist zu schnell, das wird sich später rächen – Ach was, das ist sollte doch drin sein
  • Laufe Dein Rennen – Hey, den nächsten kriegst Du noch
  • Du wirst ab Kilometer 3 sterben, wenn Du so weiter machst – Stell Dich mal nicht so an, da musste nun durch… no pain no gain
  • Es ist doch nur ein Trainingslauf – Es gibt nur ein Gas, also gib Vollgas, es sind nur 5,5km

Wie es weitergeht, das könnt ihr euch denken… die Pace lag zwischen 4:55 und 5:05 und ab km 3 wurde es hart, die Freude, als es auf die Straße des 17. Juni ging war groß, aber da waren es noch ca. 1,5km zu Laufen. Zu meiner Freude gab es aber genug Ablenkung, viele Zuschauer, die jubelten und meine Hochachtung geht an einen Feuerwehrmann, der in kompletter Schutzausrüstung samt Sauerstoffmaske die Strecke auch in einer 5er Pace absolvierte. Das motivierte so ungemein, dass ich mein japsen nach Luft für einen Augenblick vergaß. Und dann war ich auch schon im Ziel und freute mich auf das „Feierabend-Bier“ aka Erdinger Alkoholfrei und eine Banane.

War ich zuvor noch eher skeptisch, ob ich überhaupt fit genug für mein selbstgestecktes Ziel wäre, so habe ich es übertroffen und bin mehr als Zufrieden. Es wird langsam wieder! Und damit bewährt sich für mich das Mantra: Just do it!

Sarah – „Das ist doch bestimmt totaaaaaaaal einfach für dich“

Jaaaa, so ist das manchmal mit den lieben Kollegen. Man kennt sich nur oberflächlich und zieht dann aus den wenigen Informationen, die man über einander hat, voreilige Schlüsse.

Wenn meine Kollegen mal auf meinen Social Media Seiten vorbeischauen, sehen sie da natürlich vorrangig Triathlongeschichten – und das ist ja auch gut so! Ich poste dort in der Regel auch, wie schnell ich so unterwegs bin (relativ langsam, Leute!) und womit ich so zu kämpfen habe. Allerdings: Ich habe oft den Eindruck, dass die wenigsten Leute etwas mit den diversen Pace-Informationen, die man so um sich herum wirft, anfangen können (und das ist ja auch okay so!).

Warum muss ich mir all das von der Seele schreiben? Ich habe schon länger nicht mehr an so einer fröhlichen Firmensportveranstaltung teilgenommen, aber in der Zwischenzeit natürlich meist fleißig trainiert. Das führte nun am Wettkampfmorgen dazu, dass gefühlt jeder 5. Kollege zu mir kam und sagte: „Ach, Sarah, du läufst auch mit, ja? Na für dich ist das ja bestimmt total leicht“ oder „Du bist doch bestimmt schneller als die ganzen Männer“. Klar, easy peasy ist so ein Wettkampf ja grundsätzlich immer und den Männern laufe ich sowieso davon. Kurzum: Die Erwartungen – gerade von Nichtläufern – schienen hoch zu sein… Und sowas passt mir ja mental so gar nicht. Lieber wäre ich so wie Dani an die Sache ran gegangen und hätte das ganze als lockeren Trainingslauf gesehen. Aber nun gut.

Als es nach einem gefühlt langen Arbeitstag endlich zum Brandenburger Tor ging, war ich jedenfalls schon wieder viel zu aufgeregt. Interessanterweise passiert mir das vor Läufen viel eher als vor Triathlons. Hm.

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Wo ist Sarah?

Kaum hatten wir uns am Veranstaltungsort eingefunden, kam Dani auch schon angelaufen und wir machten uns als große Gruppe auf den Weg zum Start. Natürlich war es dort unfassbar voll und selbst nachdem der Startschuss gefallen war, setzten sich die Menschenmassen nur sehr langsam in Bewegung. Irgendwann war es dann aber tatsächlich so weit, dass auch für Dani und mich der Wettkampf losging.

Ich hatte mir im Vorfeld leider keine Rennstrategie überlegt und war so beim loslaufen noch unschlüssig, ob ich den ersten Kilometer langsam angehen wollte oder gleich „Gas geben“ sollte. So bin ich in einem Nichtfischnichtfleischtempo über den ersten Kilometer geeiert, zu schnell, um es einlaufen zu nennen, zu langsam, um es „Ballern“ zu nennen. Dani habe ich bereits relativ schnell ziehen lassen, weil mir klar war, dass sie zu schnell für mich ist.

Ich lief also mein eigenes Rennen, ein bisschen konzeptlos zwar, aber immerhin mit einer für mich soliden Leistung. Als ich nach 5,5 moderat schmerzhaften Kilometern die Ziellinie überquerte, hatte ich einen Schnitt von 5:18 min/km auf den Asphalt gezaubert. Das ist für mich – wie bereits erwähnt – durchaus solide.

Aber eins ist klar: Fürs nächste mal nehme ich mir zwei Dinge vor:

  1. Ich lasse mich nicht mehr von Anderen verrückt machen
  2. Ich überlege mir vorher, wie ich an das Rennen heran gehen möchte.

Das haben wir uns verdient!

Geschnattert wird danach

Nachdem wir beide im Ziel waren ging es für uns noch in den Biergarten zum „Schnattern“. Bei einem Bananenweizen, natürlich alkoholfrei, ging es um Training, Wettkämpfe und den üblichen Gossip. Letzteres darf natürlich bei allem sportlichen Ehrgeiz nicht zu kurz kommen. 😉

Und der Ausblick, was die nächsten Wettkämpfe und Ereignisse angeht, ist wie folgt: Sarah trainiert fleißig und startet in Storkow über die Sprint-Distanz und Dani überlegt noch, ob dies eine „grandiose“ Idee und sie sich für die olympische Distanz anmeldet und somit ein weiterer gemeinsamer Wettkampf vor der Tür steht.

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