*Dani* Road to Roth – Die Route wird neu berechnet

Die Wahrheit tut manchmal weh und es führt dennoch kein Weg vorbei. Die letzten Wochen habe ich oft mit mir gehadert. Ein Wechselbad der Gefühle mit Gedanken wie „das ist zu schaffen“, „sinnvoll ist das nicht“, „was bringt das schon“ und „aber ich will das doch so sehr“. 2017 ist sportlich gesehen bisher eine Bitch und bisher gab es wenig Grund zur Freude. Und seit dem Osterwochenende ist es nun „amtlich“: Ich werde dieses Jahr nicht in Roth starten und der Plan von der ersten Langdistanz wird 2017 nicht umgesetzt! Wie es dazu kam erfahrt ihr nun hier:

Die Chronologie der Irrfahrt

  • November 2016: Mit einer Entzündung der Plantarsehne im linken Fuß ging es nach dem Start in die Saisonvorberietung schon mal „gut“ los und ich konnte bis Ende Januar nicht mit dem Lauftraining starten. Zudem muss ich dazu sagen, dass ich keine Läuferin bin und ich mir jeden Kilometer bis zur Marathonstrecke erkämpfen muss.
  • Januar – März 2017: Der Form hinterherrennen und versuchen genügend Kilometer aufzuholen, damit ich im Trainingslager Ende März die Grundlagen für die Saison und ordentliche Trainingsreize setzen kann. Die Zeichen standen in den letzten 2 Wochen vor dem Trainingslager gar nicht so schlecht. Das Laufen machte Fortschritte und es ging bergauf.
  • März 2017: Am 2. Tag im Trainingslager die Katastrophe – Muskelfaserriss in der rechten Wade. Zuerst die Hoffnung, dass es nur eine Zerrung ist. Jedoch hatte ich aufgrund der Tatsache, dass ich gar nicht mehr auftreten konnte die Befürchtung, dass es sich nicht in 1-2 Wochen erledigt hat. Am nächsten Morgen beim Arzt die Bestätigung: Muskelfaserriss, Krücken, 4 Tage komplettes Sportverbot aufgrund des Kompressionsverbands. Die Tränen flossen an dem Abend und der Frust war groß. Die Freude auf das Trainingslager war so groß und der Traum von Roth rückte in weite Ferne. Da half auch das schöne Wetter, der Strand und das Meer auch nur bedingt, denn im Endeffekt saß ich da alleine, konnte mich nicht großartig bewegen und wünschte mir, dass ich auch mit dem Rennrad über die Insel touren konnte. Aber auch da half der Kampfgeist und das Mantra #nevergiveup , so dass ich nach den 4 Tagen Pause mit der Erlaubnis des Arztes wieder schwimmen konnte. Die Wade machte jeden Tag Fortschritte und zum Ende des Trainingslagers konnte ich bereits ohne Krücken und schon wieder Treppen steigen. Weiter kämpfen war die Devise
  • April 2017: Nach 2 Wochen wieder zurück in Berlin und dem Versuch wieder zu Laufen die Erkenntnis, dass der Muskelfaserriss nicht wie ein Wunder schneller verheilt ist. 5x 2 Minuten langsam joggen mit 1 Minute Gehpause sind sehr weit weg von der Fähigkeit einen Marathon zu schaffen. Zudem davor ja „nur“ 180km Rad in den Beinen stecken. Die 3,8km Schwimmen kann ich dabei mal locker vernachlässigen. Freunde und Bekannte fragten, wie es denn dem „kaputten Huf“ geht oder ob der Hase zu Ostern wieder hoppeln kann oder die Pfote weiterhin rumzickt. Bei all dem Zuspruch und der Unterstützung von Euch allen waren jedoch auch viele Bedenken bei, ob ein Start dieses Jahr eine gute Idee wäre.

Krückenalarm

Die Erkenntnis

An Ostern hatte ich dann auch noch ein langes Gespräch mit Sebastian und er war dann schlussendlich das Zünglein an der Waage. Bis zum Trainingslager hatte er uneingeschränkt daran geglaubt, dass es zu schaffen war und selbst danach sagte er nur nüchtern „3 Monate sind kurz, aber es ist nicht aussichtslos, jedoch musst Du jetzt wieder laufen können“. Und ich kann noch nicht Laufen…

Es hat 4 Tage gedauert bis ich dazu bereit war, aber nun ist es unwiderruflich vollbracht: Ich habe mich von Roth abgemeldet und werde dieses Jahr dort nicht starten. Es fühlt sich wie ein Versagen an, wobei es eigentlich kein Versagen ist sondern vielmehr die vernünftigste und gesündeste Entscheidung. Was hätte mir ein DNF gebracht, wenn die Wade nicht hält? Oder wäre ich mit einem „einfach nur irgendwie ankommen“ zufrieden gewesen? Wer mich kennt, der weiß, dass dies nicht der Fall ist. Und drum wird nun folgendes gemacht: hinfallen, aufstehen, Sportsachen an und weiter rocken!!!! 😉

Abmeldung Roth

Ausblick

Mit neuen Zielen bin ich nun vorsichtig, denn es kann ja alles anders kommen. Aktuell gehe ich jedoch davon aus, dass ich zumindest das erste Mal in der Regionalliga mit den Mädels vom A3K starten werde und dafür hoffentlich wieder fit wie ein Turnschuh bin. Als Ausblick halte ich dieses Jahr immer noch am München Marathon als Plan B fest und gerade versuche ich mich auf dieses Event als Saisonziel zu freuen.

Roth wird über Umwege erreicht …  der Weg ist das Ziel!

Wie geht es Euch mit den Saisonvorbereitungen? Läuft alles nach Plan oder musstet Ihr auch einen Umweg einlegen? Falls es so ist: never give up, keep on pushing & come back stronger than ever !!!

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