To tri or not to tri, that is the question

Der BerlinMan findet alle zwei Jahre im Berliner Süden statt. Geschwommen werden 2200 Meter im Wannsee, auf 4 Runden im Grunewald kommen auf dem Rad 90 Kilometer und einige Höhenmeter zusammen. Zu guter letzt darf man seine Beine noch auf einen 20 Kilometer langen Spaziergang durch den Grunewald ausführen.

Das ist schön. Aber warum erzähle ich das nun?

Der BerlinMan 2016 sollte meine erste Mitteldistanz werden. Zusammen mit Anke vom MyGoal Team wurden Pläne geschmiedet, Trainingseinheiten zusammengestellt, Trainingscamps geplant und gefühlte 4000 GA1 Läufe absolviert.
Und heute, knapp 14 Tage vor dem großen Tag, habe ich mich gegen einen Start beim BerlinMan 2016 entschieden.

 

Seit Anfang des Jahres trainiere ich zum ersten Mal so richtig strukturiert, mit Trainingsplan und allem drum und dran. Die Trainingsumfänge sind natürlich gestiegen, verglichen mit dem ersten Triathlonjahr und vor allem verglichen mit dem Herbst/Winter 2015. Insgesamt habe ich auf die gestiegenen Umfänge ganz gut reagiert – organisatorisch war meist alles unter einen Hut zu bringen und auch körperlich ging es mir meistens gut. Ab und an hat sich mal eine Migräne eingeschlichen und bei meinem kleinen Ostertrainingslager zu Hause habe ich mich mit der Trainings-und-Familientermin-Kombi definitiv übernommen und bin etwas ins Übertraining geraten. Ein ganz unangenehmes Gefühl, das ich keinem Athleten wünsche. Hinzu kamen doch einige Geschäftsreisen und Konferenzpräsentationen, mit denen ich Anfang des Jahre noch nicht gerechnet hatte – sowie einige Hamburgreisen im Rahmen des Multipower Tri-Teams. Deutlich mehr als ich im Januar, bei der Jahresplanung, vorhersehen konnte.

 

Im Gespräch mit Anke habe ich festgestellt, dass ich vieeeeeel mehr auf meinen Körper hören muss. Das ist natürlich nicht immer ganz leicht, wenn um einen herum alle Triathletinnen irgendwie mehr und vor allem auch viel härter zu trainieren scheinen.

 

Da sage ich ungern: „Du läufst heute 1000er Intervalle? Alles klar, ich mache heute ’ne Stunde langsam und lege dann die Beine hoch“ Da habe ich einfach immer das Gefühl, hinterher zu hecheln.
Deswegen war ich auch richtig froh, als die Trainingseinheiten nach dem Hamburg Triathlon länger und intensiver wurden – Schnelligkeit für die Mitteldistanz, endlich mehr als nur Grundlageneinheiten! Yay!

 

Nach einer dreieinhalbstündigen Radausfahrt mit anschließenden 70 Minuten Laufintervallen, die an einem Samstag natürlich noch von einer Party gefolgt wurden, wachte ich in der Nacht zum Montag mit Unterleibsschmerzen auf. „Super, ’ne Blasenentzündung“, dachte ich. Um eine sehr lange Geschichte abzukürzen: Ich hatte keine Blasenentzündung. Nach drei Wochen Hin-und-Her-Laufen zwischen verschiedenen Ärzten stellte sich heraus: Ich hatte nichts, außer Schmerzen. Körperlich bin ich aber quick fidel.

 

Da stehe ich nun, habe vier Wochen lang keinen Sport gemacht, mit der Mitteldistanz vor der Tür und frage mich: Soll ich jetzt antreten oder nicht?

 

Meine Trainerin Anke sagt, ich würde die Distanz von der Ausdauer her schaffen. Meine Ärztin hatte keine starken Bedenken bezüglich des Wettkampfs. Aber: Mein Bauchgefühl sagt STOPP.
Offenbar versucht mein Körper, mir ein Zeichen zu geben – und auch wenn ich derzeit so gut wie schmerzfrei unterwegs bin, glaube ich nicht, dass ein (höchstwahrscheinlich) siebenstündiger Wettkampf momentan die allerbeste Idee ist. Es ist für mich an der Zeit, Ankes Rat zu befolgen und auf meinen Körper zu hören.

 

Deswegen sage ich jetzt: Dieses Jahr gibt es für mich keine Mitteldistanz.

 

Ich trete nochmal einen Schritt zurück, schraube die Trainingsumfänge ein bisschen herunter und überlege, wie meine nächste Saison aussehen soll. Ob lang oder kurz – Triathlons stehen auf meiner Wunschliste!
Außerdem muss ich wohl leider zugeben, dass ich nicht Superwoman bin – viereinhalb Stunden Sport, einen Nudelsalat für einen Geburtstag machen und dann in den Park zu Party? Morgens vor der Arbeit schwimmen gehen, Stabi in der Mittagspause, auf der Arbeit alles im Griff haben und dann den Abend für die Mädels frei haben? Das ist leider, leider, leider einfach zu viel  für mich – auch wenn ich das alles am liebsten auf einmal möchte. Mit auf die Wunschliste kommt deshalb auch: Ab und an mal Nein sagen!

 

Ich freue mich jetzt erstmal darauf, die Saison ausklingen zu lassen – vielleicht mit ein paar schönen Herbstläufen?

 


Ist es bei Euch schon mal vorgekommen, dass Ihr einen Wettkampf nicht angetreten habt? Wie seid ihr damit umgegangen? Habt Ihr es noch einmal probiert? Erzählt mal 🙂

7 Gedanken zu “To tri or not to tri, that is the question

  1. Gute Entscheidung! Auf seinen Körper zu hören kann nicht falsch sein. Ich habe es umgedreht gemacht, nicht so richtig trainiert am Wettkampf teilgenommen, und der hat dann auch keinen Spaß gemacht. Du hast es in deinem Bericht zu Hamburg ja schön beschrieben, der Sport soll auch Spaß machen!

    Es bringt einem aber auch eine super Motivation, an der Strecke zu stehen und seine Kollegen anzufeuern, vielleicht ist das ja ne Alternative für den BerlinMan 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Gute Besserung, einfach mal ein Gang runter fahren, deinen soll sich mehrKörper erholen, nach den Trainingseinheiten, höre auf Anke, habe das auch schon öfters von ihr gehört, mehr Ruhephasen.
    Freue dich auf 2017 , es kann nur noch besser werden:-)
    Wünsche dir für den Rest der Saison viel Spass 🙂

    Sportlichen Gruss
    Marcus

    Gefällt 1 Person

  3. Es ist natürlich immer schade, einen Wettkampf nicht anzutreten, aber es ist im gleichen Maße gut, auf seinen Körper zu hören. Ich hoffe, dass du dich gut erholen kannst. Lasse es dir gut gehen und klar, schöne Herbstläufe gibt es ja wirklich auch. Ich kann dir den in Diedersdorf und Teltow empfehlen.

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  4. Pingback: Sarah: Das war 2016 | Triathlon by Accident

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