Sarahs Hamburg Triathlon Teil 3: Kette rechts!

Nachdem ich den Schwimmteil des Hamburg Triathlons erstaunlich unaufgeregt hinter mir gelassen hatte, rannte ich nun also Richtung Wechselzone.

Allein der Weg in die Wechselzone an sich hatte es in sich. Der schöne knallblaue Teppich war nass und rutschig und man musste sich zwischen den anderen Athleten hindurch schlängeln.

Endlich in der Wechselzone angekommen, war es nicht schwer, mein Rad zu finden, denn 1.) stand es direkt am Eingang der Wechselzone in Block U, und 2.) standen Felix, Henning und Manu am Zaun der Wechselzone, um mich anzuschreien… äh anzufeuern – ein ganz neues Erlebnis, denn sonst ist die Wechselzone immer leer und verlassen, wenn ich ankomme. Die meisten anderen Athleten sind schon weg und wenn ich Unterstützer dabei hab, sind die zum ersten Wechsel meist noch nicht da. Es war einfach nur cool, die 3 in der Nähe zu haben und angefeuert zu werden!
Nur mit dem Neo ausziehen hat es nicht so gut geklappt. Hätte ich vor dem Start mal daran gedacht, meine Knöchel mit Vaseline oder Trilube einzuschmieren! So zerrte und zottelte ich am Neopren an meinen Knöcheln rum und kam einfach nicht vernünftig raus. Immerhin hatte ich so Zeit für ein kleines Schwätzchen mit Jan und seiner Kamera – es hatte also auch etwas gutes.
Nach einer gefühlten halben Stunde (vermutlich war es eine Minute), hatte ich mich endlich befreit und konnte Brille, Helm und Startnummer anlegen. Dann schnell das Rad geschnappt – und ab ging es zu den Anfeuerungsrufen von Manu, Henning, Felix und Jan.
Ein tolles Gefühl, einfach so loszusprinten. Die Beine machen mit, das Rad rollt und ich fliege scheinbar an anderen Athleten mit ihren Rädern vorbei. Meine nackten Füße patschen auf den nassen Teppich, ich renne und renne und renne… und höre irgendwann auf, die Anderen zu überholen. Warum? Weil ich das Ende der Wechselzone noch immer nicht erkennen kann! Ich will nicht all meine Kraft dort verjubeln. Also nehme ich ein bisschen Tempo raus und laufe – immer noch recht flott – weiter und weiter.
Endlich! Das Ende! Ich kann das Ende des Teppichs sehen! Ich schiebe mein Rad noch ein Stückchen, neige es ein wenig und schwinge mich drauf. Die nackten Füße stelle ich dabei zunächst einmal auf meine Schuhe, die schon am Rad sind. Dann heißt es ein wenig strampeln und dann Schühchen anziehen. Das klappt alles problemlos und ich frage mich, warum ich bisher immer ungelenk mit den Radschuhen durch Wechselzonen geklickert bin.
2016-07-17 12.10.02

Nach dem ewigen Gelaufe durch die Wechselzone endlich aufs Rad!

Am Anfang überhole ich unglaublich viele Menschen. Whoooooosh! Geschwindigkeitsrausch, ein bisschen zumindest. Ich nehme ein Gel und rolle fröhlich durch Hamburg.
Schon nach ein paar Kilometern fällt mir eine andere Athletin auf, die offenbar ein ähnliches Tempo fährt wie ich – mal überholt sie mich, dann ich sie. Wir können uns nicht so richtig abschütteln.
So verbringen wir im Prinzip die ganze erste Runde mehr oder weniger zusammen. Außerdem sehe ich auch Johann, Matti und Marc auf ihren Rädern in die entgegengesetzte Richtung an mir vorbei zischen. Nur Marieke kann ich nicht finden.
Auf der zweiten Radrunde hängt mich die unbekannte Athletin  – die immer mehr Abstand rausgefahren hatte – auf Höhe der Reeperbahn ab… denn beim Schalten springt mir meine Kette ab! Grrrr…. unglaublich. Mehrere hundert Kilometer und diverse Höhenmeter legt man im Training mit wunderbar funktionierender Schaltung und Kette zurück und Wettkampf dann das. Nunja, kurz absteigen, in die Hände spucken und die Kette wieder in ihre Position bringen. Das dauert natürlich einen Moment, den ich direkt nutze, um mit ein paar Zuschauern zu schnacken – die haben natürlich schon ein oder zwei oder vielleicht auch drei Bier intus. Ob das nicht anstrengend sei, fragen sie mich. Ob ich nicht lieber mit ihnen etwas trinken gehen wolle. Ich lehne dankend ab und schwinge mich wieder auf meinen schwarzen Flitzer – natürlich jetzt mit farblich passenden schwarzen Händen.
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Zwei Radrunden führten uns mit je 20 Kilometern durch Hamburg

Dann sind es aber nur noch ein paar Kilometer bis zur Wechselzone. Ich ziehe schonmal meine Radschuhe aus und stelle mich barfuß drauf. Die Wechselzone ist dann irgendwie schneller da als erwartet – und es gibt keine klare Bike-Off-Linie, sondern nur einen Helfer, den ich mit 2 Anderen fast umfahre. Huch. Das hätte ich mir bei einem Event wie Hamburg irgendwie anders vorgestellt. So konnte ich meine grandiosen Im-Rollern-Absteigen-Kenntnisse vor lauter Schreck gar nicht auspacken. Aber gut, runter vom Rad und barfuß durch die Wechselzone zurück. Dieses Mal renne ich nicht ganz so schnell, denn ich erinnere mich noch, wie anstrengend der Hinweg war.

An meinem Platz geht alles ganz schnell. Rad aufhängen, Schuhe an, Gele in die Hand – und schon fertig? Der zweite Wechsel kam mit unfassbar flott vor. Schon laufe ich zu Manus Anfeuerungsrufen auf die Laufstrecke. Dass ein Rad aus unserem Team noch fehlte, ist mir in der Aufregung gar nicht aufgefallen…

Wie es sich in Hamburg so läuft und was es mit dem fehlenden Rad auf sich hatte, lest ihr im letzten Teil meiner Hamburg Triathlon Serie!

4 Gedanken zu “Sarahs Hamburg Triathlon Teil 3: Kette rechts!

  1. Pingback: Sarahs Hamburg Triathlon Teil 2: Los geht’s mit Alsterwasser! | Triathlon by Accident

  2. Super Sahra,
    Das mit dem Schuhen, habe mich immer noch nicht getraut,weil ich immer etwas Angst habe, dass es nicht klappt und ich beim Fahren,dann herumfummeln muss:-( .
    Meine Schuhe,beim Hamburg Triathlon,habe ich in der Hand gehalten und kurz vor dem Aufsteigen angezogen,ebenso beim Absteigen,aus die Schuhe und zurück zum Platz:-)
    Das mit der Kette ist blöd,aber es passiert,schlimmer wäre ein Platten,bin gespannt auf Teil 4, wo ist das Rad:-)
    Wünsche dir für dein großes Ziel 2017 ,eine verletzungsfreie Vorbereitung toi toi toi
    Nächste Woche bin ich beim Ostseeman, als Staffel Schwimmer:-)

    Gruss Marcus Maximus

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    • Hi Marcus,

      für mich war es auch das erste Mal mit den Schuhen und ich hatte auch etwas Bedenken, ob ich das hinkriege. Ich hab das im Training oft geübt – bei GA1 Ausfahrten zwischendurch einfach mal die Schuhe während der Fahrt öffnen, raus schlüpfen, kurz mit den Füßen auf den Schuhen fahren und wieder anziehen. So hat das eigentlich ganz gut geklappt.
      Aber dein Trick mit den Schuhen in der Hand ist doch auch super! Hauptsache, man muss nicht auf Radschuhen durch diese ellenlange Wechselzone 😉
      Ich drück dir ganz doll die Daumen für den Ostseeman, aber ich bin mir ganz sicher, dass Du das super meisterst!

      Eine letzte kurze Anmerkung: Das große Ziel 2017 – Challenge Roth – verfolgt Dani, meine liebste Blogkollegin. Aber ich begleite sie selbstverständlich nach Roth und werde Euch am großen Tag auf dem Laufenden halten.

      — Sarah

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  3. Pingback: Sarahs Hamburg Triathlon Teil 4: Run and Done! | Triathlon by Accident

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