Airport Night Run 2016

Sarah: Die ersten flotten 10k des Jahres

Am Samstag war es so weit – für mich stand der erste Wettkampf des Jahres auf dem Programm. 10km sollten auf der Start- und Landebahn des BER Flughafens zurück gelegt werden.

Nach dem umfangreichen Training in den letzten Monaten sollte es natürlich eine persönliche Bestzeit werden und am liebsten natürlich deutlich schneller als die Alte (gute 54 Minuten, 2014). Ich nahm mir also 52 Minuten vor.

Airport Night Run 2016

Airport Night Run 2016

Ich muss zugeben: Irgendwie war ich wirklich nervös.
Ich hatte einen Trainingslauf über 6km im Renntempo (5:12min/km) absolviert und bin im Testlauf nicht nur zu schnell angelaufen, sondern auch fast gestorben. Auf den 6km hatte ich jedenfalls 2 Mal Seitenstechen und war am Ende wirklich total fertig.
Ich war also auf einen unfassbar anstrengenden, ja sogar schmerzhaften Wettkampf vorbereitet. „Das wird von Anfang bis Ende der blanke Horror“, dachte ich mir.

Pre-Race Selfie Airport Night Run 2016

Pre-Race Selfie Airport Night Run 2016

Entsprechend nervös war ich also, als ich mich zusammen mit Dani in die wartenden Starter einreihte. Pünktlich um 19:30 Uhr ging es für die 10km-Läufer los. Ich ließ mir erstmal Zeit, wollte den ersten Kilometer um Himmels Willen nicht schon wieder zu schnell laufen – so zwischen 5.30 und 5.40 min/km. Das klappte auch erstaunlich gut. Ab Kilometer 2 wollte ich dann Wettkampfgeschwindigkeit laufen und idealerweise auf den letzten beiden Kilometern nochmal Gas geben. Insgesamt hat alles ganz gut geklappt. Kilometer 3 und 9 waren mit 5:20 min und 5.17 min leider etwas zu langsam, dafür konnte ich den letzten Kilometer mit 4.34 min super schnell zurücklegen. Und das erstaunliche an der ganzen Sache: Der Lauf war – bis auf die letzten zwei Kilometer – wirklich recht angenehm! Wer hätte das gedacht? Ich kann einen Pace von 5.12 min/km ganz gut laufen! Ich bin immer noch total hin und weg von dieser Erkenntnis!

Die letzten 2 Kilometer waren, wie schon angedeutet, dafür die Hölle. Auf den letzten Metern vorm Ziel wäre ich wirklich am liebsten stehen geblieben. Meine Lunge, meine Beine, alles schmerzte. Ich atmete so geräuschvoll, dass sich andere Läufer vor mir nach mir umdrehten. Ungelogen!
Ich habe mich also gerade so ins Ziel geschleppt – und bin eine neue persönliche Bestzeit von 52:10 Minuten gelaufen. Jetzt bin ich natürlich stolz wie Bolle und greife mental natürlich schon die 50 Minuten Marke an (haha).

Dani: Mit Schnappatmung und im Tiefflug über die Startbahn

Auch für mich sollte am Samstag eine neue Bestzeit nach 3,5 Monaten Training rausspringen. Der erste Test im Januar ergab eine 50:34 und ich persönlich hatte mir eine Zeit unter 50 vorgenommen, zumal die Analyse zum Januarlauf kurz zusammengefasst wie folgt ausschaute: Es wird bei 10km nicht am Verpflegungsstand getrunken und ein Krampf wie im Januar wird nach dem ganzen Training sicherlich auch nicht auftreten. Das sollte umsetzbar sein. Doch kurz vor dem Rennen kam die Ansage vom Coach: Unter 49 geht, also hau rein! Das war ’ne Ansage, ich traute mir das eigentlich nicht zu, errechnete mir jedoch schnell die benötigte Pace dafür. Irgendwas zwischen 4:50 und 4:55 musste her oder halt am Ende einen ordentlichen Endspurt hinlegen. Oh je, im Januar war es ein einziger Kampf. Das wird weh tun. Also ging es mir ähnlich wie Sarah, doch ich war angestachelt und wollte mir beweisen, dass es geht.

Der Plan war mit der 50 Minuten Pacemakerin zu starten und dann schauen was geht, damit ich nicht zu schnell anfange und nachher auf den letzten Kilometern verrecke. Das fällt mir ganz schön schwer wenn erst einmal die Startnummer angepinnt ist. Sarah und ich ordneten uns also gemeinsam seitlich neben der Pacemakerin ein, so dass wir zumindest bis zum Start zusammen waren. Das ist zumindest bei Läufen zusammen mit dem Pre-Race-Selfie unser Ritual. Ein letzter Drücker, „lass es rocken“, „keep on pushing“ und vor allem „see you behind the finish line“ und dann ging es auch schon los.

pink shoes makes you faster!

pink shoes make you faster!

Es ging vom Start schon ganz gut weg, jedoch kam die Pacemakerin mit ihrem Fähnchen am Rücken doch nicht so gut durch wie gehofft und nach 500m schaute ich mal kurz auf meine Uhr und da stand 5:30 als Pace. Oh je, so wird das mit den <49 nichts und ich entschied mich, dass ich den Pace auch alleine einordnen und halten kann. Also lief ich los und fand schnell meinen eigenen Rhythmus bei einer Pace von 4:40. Ja, richtig gelesen, viel zu schnell!!!! Die Selbstgespräche reichten von „Du bist bekloppt und mach mal langsamer“ bis hin zu „haha, chacka, das wird sowas von gerockt“. Bis Kilometer 4 lief es bombig und die Laune war gut. Was will man auch mehr: Auf der Startbahn Richtung Sonnenuntergang, genug Platz zum Laufen und mit konstanter Pace. Dann kam die Wende und es ging wieder zurück zum Start-/Zielbereich. Diese Gerade schon alleine zu sehen … puuuuh…. und dann kam die Verpflegungsstelle. Ganz ehrlich, warum pustet man Läufer mit einer Nebelmaschine an und dazu noch an einer Stelle, wo auf dem Boden die Kontrollmatte liegt und eine künstliche Verengung geschaffen wird, um dann auch noch direkt dahinter den Verpflegungsstand aufzubauen?! Das könnte man besser organisieren. Ok, also weiter und ab Kilometer 7 ging der befürchtete harte Kampf los: schwere Beine, Schnappatmung, kein Bock mehr und die inner Stimme die Pace zu halten. Die letzten 1,5 Kilometer waren endlos und der erste Blick im Ziel ging auf die gestoppte Zeit: 47:19 ….. YEEEEEEEAAAAAAH … I can’t believe it!!!

Post-Race Selfie Airport Night Run 2016

Post-Race Selfie Airport Night Run 2016

Ich wartete auf Sarah und dann freuten wir uns über das erfolgreiche Erreichen der Ziellinie. Die Zeiten wurden sofort ausgetauscht, freudig wie Teenies gekreischt und gefeiert. Und bei einem wohlverdienten Durstlöscher darf auch das obligatorische Selfie danach nicht fehlen. Die Saison 2016 ist damit offiziell gestartet!

Nächste Woche geht es dann erstmal ins Trainingslager nach Lanzarote. Wir werden berichten. Bis dahin: Keep on pushing! 🙂

It never rains in (Southern) California … oder doch?

Mitte März war ich für eine Woche unterwegs in San Francisco um an der größten Game Developers Conference teilzunehmen. Auch so ein vorhaben, dass ich schon lange habe und das nun Wirklichkeit wurde. Aber nur für die Konferenz über den großen Teich? Nein, da gibt es doch so viel zu erleben. Daher habe ich mir ein paar Tage zusätzlich gegönnt.

IMG_0954Meine Unterkunft war ein AirBnB und mein Host Laura macht zufällig auch Triathlon. Daher konnte sie mir ein paar Tipps für die Umgebung geben. Hätte ich einen größeren Jet-Lag gehabt oder der innere Schweinehund wäre in Deutschland geblieben, dann hätte ich sogar noch schwimmen oder total übermotiviert auf eine Tartanbahn gekonnt. Na gut, hätte … hätte … Fahrradkette. Aber es lief auch so gut mit dem Training.

Ganz nach meinem Motto „no excuse“ ging es also auch in San Francisco weiter mit dem Trainingsplan. Und so ging es auch direkt am ersten Morgen mit einem Strandlauf los. Der Blick aus dem Fenster war alles anders als erwartet: Wolken, Nieselregen, Wind, trübe Stimmung. Aber ich hörte von meiner Unterkunft schon das Meer rauschen und daher ging es dann auch voll motiviert los. Und aus den Kopfhörern trällerte es „It never rains in Southern California“ … hahaaaaaa, das sehe ich mit eigenen Augen anders. 🙂

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Der Lauf war großartig: die Meerluft um die die Nase, Möwen, die an einem vorbeifliegen, die Wellen und die Kraft des Meeres. Genau so muss es sein. Den Rest des Tages habe ich dann mit Shoppen verbracht, denn die Geschäfte haben am Sonntag auf und es regnete den ganzen Tag.

Am nächsten Tag ging es dann wieder IMG_0915laufen, aber diesmal nicht nur am Strand, sondern einen Küstentrail entlang und dann über die Golden Gate Bridge um anschließend durch den Golden Gate Park und etliche Hügel zurück zum Ausgangspunkt zu laufen. Die Hügel fühlten sich nach Kilometer 16 wie Berge an, aber auch diese konnten meine gute Laune nicht trüben. Es war sonnig und der Ausblick von der Golden Gate Bridge großartig.

Abends ging es mir Arbeitskollegen auf eine Bootstour um die Golden Gate Bridge bei Sonnenuntergang zu bestaunen. Seht selbst, es braucht keine großen Worte:

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Tag 3 in San Francisco war für mich dann doch das Highlight, denn ich habe mir ein Rennrad ausgeliehen. Das geht dort erstaunlich gut, auch wenn es ganz schön teuer ist (ca. 50 Euro pro Tag). Aber es hat sich gelohnt. Es ging also wieder über die Golden Gate Bridge und dann in die Hügel entlang der Küste.
Eine kleine Pause gab es an der Südwestspitze, IMG_0955denn den Ausblick muss man ja auch mal genießen, die Beweisfotos für Euch wollen geschossen werden und dann ging es weiter auf und ab bis ich wieder an der Golden Gate Bridge ankam. Die Begeisterung endlich wieder draußen fahren zu können und dann noch kurzer Hose und Shirt …  unbezahlbar! Ich mag meinen Rollentrainer … *hust*… ok, es ist eine Hass-Liebe, aber Sonne und Meer ist einfach der Hauptgewinn. Da macht Training gleich viel mehr Spaß.

Ok, ich höre nun auf zu schwärmen und ich bin ja nun auch wieder zurück in Deutschland. Und inzwischen ist auch hier der Frühling angekommen.

 

Der erste Wettkampf des Jahres… für manche von uns

Jaaaaa, da habt ihr richtig gelesen: Es ist bereits April und bei mir steht erst jetzt der erste Wettkampf an. Während Dani ihre Beine dieses Jahr schon bei einer Winterlaufserie über 10 km getestet hat, ist der letzte ernsthafte Laufwettkampf bei mir schon länger her. Den letzten Versuch, eine persönliche Bestzeit zu laufen, habe ich nämlich beim ASICS Grand 10 2014 unternommen – und mit 54:36 min habe ich das damals auch geschafft.

2015 stand dann neben den 10 km in der Olympischen Distanz (ich sage nur ZUCKERSANDHÖLLE) nur der Nike We Run Berlin Lauf auf meiner 10km Liste. Der Lauf zeichnete sich zwar durch eine sehr schnelle Strecke aus, allerdings bin ich gemeinsam mit meiner Cousine gelaufen, die sich noch von einer Angina erholen musste. Da trudelten wir also nach entspannten 58 Minuten im Ziel ein.
Was heißt das nun für den anstehenden Airport Night Run?
Für mich heißt es nach 3 Monaten intensiven Trainings trotzdem erstmal Unsicherheit. Das letzte Mal bei einem Wettkampf an die Grenze gehen, zumindest bei einem Laufwettkampf, fühlt sich sehr lang her an. Als hätten mich damals noch ganz andere Beine und ein ganz anderer Kopf über die Distanz getragen. Auf der anderen Seite bin ich auch total zuversichtlich: So viel und so intensiv wie in den letzten Wochen habe ich noch nie trainiert.
Meine Sportuhr ist auf jeden Fall deutlich zuversichtlicher als ich – sie prognostiziert unfassbare 49:07 Minuten die Distanz. Ich halte das ja für eher *hust* unrealistisch. Aber eine neue persönliche Bestzeit soll es schon werden.

Ja richtig, Garmin, so sieht's aus. Haha.

Ja richtig, Garmin, so sieht’s aus. Haha.

Es bleibt also abzuwarten, wie es morgen läuft. Was Beine, Ausdauer und Kopf so sagen. Drückt uns die Daumen!